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Die Montur und Ausrüstung
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D I E M O N T U R D E R I N F A N T E R I E
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Der Stil der braunschweigischen Uniformen war bis um 1750 dem englischen Muster angeglichen. Die Uniformgemälde des Malers Morier, die sich in der Sammlung des Schlosses in Windsor befinden, belegen das. Die Röcke waren weiter geschnitten. Bis zum Jahre 1760 hatte sich der Stil der Uniformen zum preußischen Stil geändert. Die Uniformen waren nun knapper geschnitten. Im Jahre 1777 wurden 592 Uniformen beim Hersteller Krause bestellt. Das Material der Rücke war ein grobes Wollgewebe, das in königsblauer Farbe eingefärbt war. Das Materila lag 125 cm breit. Material für Uniformen der Gemeinen und Unteroffiziere unterschied sich nicht. Das Gewebe war mit 10 Fäden per Zentimeter gewebt. Offiziersröcke wurden aus besserem Material hergestellt. Gewebt war das Material bedeutend feiner und der Preis fünfmal so hoch wie der des gemeinen Soldaten. Die Röcke der Musketierkompanien des leichten Bataillons hatten keine Rabatten und der Rock war an der Taille zurückgeschnitten. Die vorn 12 egal plazierten Messingknöpfe (6 auf jeder Seite) hatten 30mm lange Knopflöcher, die dazu dienten, den Rock im Winter überzuknöpfen. Im Jahre 1776 dürften diese Knopflöcher aber nur noch angedeutet worden sein. Die Röcke waren sehr wahrscheinlich nicht mehr zum Überknöpfen eingerichtet. Diese ältere Art des Rockmusters wurde als "stehende Brust" bezeichnet. Dieser Uniformstil wurde auch vom Braunschweigischen Regiment "Prinz Friedich" verwendet. Alle Röcke verwendeten sogenannte "schwedische Umschläge".
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K O P F B E D E C K U N G
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Der aus schwarzem Filz hergestellte Dreispitz wurde von allen Angehörigen der Einheit getragen. Er war mit einer weißen Tresse für Gemeine und mit goldener Tresse für Unteroffiziere geschmückt. Eine weiß-schwarze Hutschnur mit weiß-schwarzen Büscheln an den Enden wurde von den gemeinen Soldaten am Hut getragen. Unteroffiziere trugen eine gelb-weiße Hutschnur mit weiß-gelben Büscheln an den Enden. Diese Büschel hingen nicht über den Rand des Dreispitzes hinaus. An der Farbe des Hutbüschels konnte man erkennen, zu welcher Einheit der Soldat gehörte. Alle Unteroffiziere der braunschweigischen Armee trugen einen weiß-gelben Hutbüschel. Weiß und Gelb waren die Farben des Hauses Braunschweig-Wolfenbüttel. Gab es eine Zeltmütze?
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Z E L T M Ü T Z E
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Die Zeltmütze, die im Lager und in der Kaserne getragen wurde, war wahrscheinlich aus blauer Wolle. Der untere Teil bestand aus schwarzer Wolle. Diese Mütze war an den Nähten nit weißer Paspelierung verziert und trug am oberen Ende einen weiß-schwarzen Hutbüschel. Genaue Angaben über die Verbreitung dieser Kopfbedeckung gibt es nicht. Ursprünglich aus einem Ärmel einer Montur (Uniform) hergestellt, ist sie heute bei nahezu allen Reenactment-Gruppen beliebt, und dazu in allen möglichen Farben und Varianten.
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H A A R T R A C H T
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Alle Soldaten trugen das Haar in einem Zopf. Das Haar wurde nur noch zu Paraden gepudert. Die Länge des Zopfes sollte bis zur Taille reichen. Soldaten und Offiziere, die keine langen Haare hatten, mussten eine Perücke tragen. Da gemeine Soldaten sich keine Perücke leisten konnten, trugen sie ein Hanfseil, das umwickelt wurde, als imitierten Zopf. Am Ende wurde ein Stück Kaninchenfell eingewickelt, das Haar andeuten sollte. Der Zopf wurde mit schwarzem Band umwickelt. Seitenlocken wurden auch getragen, die von Einheit zu Einheit verschieden waren.
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K L E I N E M O N T I E R U N G S S T Ü C K E
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Die kleinen Montierungsstücke der Soldaten bestanden aus Hemd, Weste und Hosen. Weste und Hose waren aus weißem Wollmaterial hergestellt. Im Sommer wurden aber auch Hosen aus Leinen getragen.
Die Weste wurde durch 12 Messingknöpfe geschlossen. Nach unserem heutigen Geschmack waren die Knopflöcher ungewöhnlich lang. Die Taschenklappen, die sich vorn an der Weste befanden, deuteten nur Taschen an. Gefüttert war die Weste mit rohem Leinen. Die Kanten waren nicht versäumt. Ob sich hinter der Taschenklappe an der linken Seite eine Lasche befand, die verhinderte, dass das Säbelkoppel herunterrutschte, konnte nicht abschließend geklärt werden. Eine Weste aus dem Zeughaus Berlin besitzt eine solche Lasche, die das Tragen eines Koppels einfacher und angenehmer macht.
Die Kniehosen waren der damaligen Mode angepasst. Vorn wurde eine Klappe eingearbeitet, ähnlich wie bei Trachtenhosen, die durch Knöpfe geschlossen wurde. Durch einen Zwickel im hinteren Teil des Hüftbandes konnte die Taillenweite der Hose verändert werden. Hosenträger aus Leinen verhinderten, dass die Kniebundhose herunterrutschte. Die Beine waren eng gearbeitet. Unter den Knien befand sich der Bund, der mit einem Bändchen verschlossen wurde. Das erleichterte das An- und Ausziehen der Hose. Der Sitz der Hose war sehr weit geschnitten. Dieser weite Schnitt verhinderte, dass beim Knien oder Sitzen die Hosenbeine hochrutschten und aus den Gamaschen quollen. Die Kniehose war nicht gefüttert.
Das Hemd war aus rohem Leinen gefertigt und wurde nur aus geraden Teilen zusammengenäht. Es darf aber angenommen werden, dass Hemden gefertigt wurden, bei denen sich die Ärmel zum Gelenk hin verjüngten. Der Grund dafür war einfach - die Ärmel des Hemdes wurden so beim Anziehen des Rockes nicht hochgezogen und sie bauschten sicht nicht auf. Die Ärmel wurden mit einem Bündchen verschlossen. Der Kragen des Hemdes war ein ungefähr 50 mm hoher Stehkragen. Verschlossen wurde das Hemd vorn durch einen kleinen Knopf. Vermutlich gab es noch einen anderen Hemdtyp, der aus der bäuerlichen Kultur kam und verwendet wurde. Dieses Hemd wurde hinten verschlossen. Dadurch war, wenn die Weste offen getragen wurde, vorn kein Hemdspalt zu sehen. Ob auch, wie in der preußischen Armee üblich, "falsche" Oberhemden Verwendung fanden, kann nicht belegt werden. Ende des 18.Jahrhunderts wurde ein in Falten gelegtes Stück Leinen auf der Hemdbrust aufgenäht, dadurch war wahrscheinlich das Hemd nur noch hinten zu schließen.
Die schwarze Halsbinde bestand aus Etamin, einem dünnen Gewebe, das mit einer dahinter gelegten Pappe verstärkt wurde. Diese Halsbinde trugen alle Soldaten, sie wurden hinten mit Bändern verschlossen. Weil der Hemdkragen nicht mehr über die Halsbinde reichte, wurde der sogenannte Bindenstrich an der Halsbinde angebracht. Das war ein Stück weißes Leinen, das über den Rand der Halsbinde reichte.
Der Soldat trug außerdem Wollstrümpfe, aber auch mit Talg behandelte Fußlappen.
Die schwarzen Lederschuhe waren gleich gearbeitet. Es gab keinen linken oder rechten Schuh. Das vereinfachte die Fertigung und erleichtete das Anziehen der Schuhe, die übrigens abwechselnd getragen werden sollten, um das Schieflaufen der Absätze zu vermeiden. Die Schuhsohlen wurden am Schuh mit Holzstiften befestigt. Der Soldat trug Ersatzsohlen im Tornister. Der Absatz war 25 mm hoch und eckig, nicht abgerundet wie heute. Auch vorn waren die Schuhe eckig und sehr breit. Geschlossen wurden die Schuhe durch Messingschnallen oder aber durch lederne Schnürsenkel bzw. Bänder.
Über Schuh und Strumpf wurden schwarze Gamaschen getragen, die bis über die Knie reichten. Das Material für Gamaschen war Leinen oder Leinenzwill, der geschwärzt wurde, in alten Dokumenten findet man Hinweise auf geöltes oder gewichstes Material, das die Gamaschen wasserfest und strapazierfähig machte. Geschlossen wurden die Gamaschen durch 16 kleine Messingknöpfe. Unter den Kien wurden kleine Lederriemen getrragen, die verhinderten, dass die Gamaschen herunterrutschten. Die Gamaschen waren eng gearbeitet, aber nicht so eng, dass man sich nicht bücken oder bewegen konnte. Es durften keine Falten zu sehen sein. Abhilfe schuf man mit Hilfe von Nadeln, um sie ggfs. abzustecken. Material für die Gamaschen wurde einmal im Jahr aus Braunschweig bis ins Jahr 1782 geliefert. Auf alten Illustrationen sieht man auch sogen. Gamaschenhosen. Ob diese Hosen in Kanada gefertigt wurden, kann nicht mit Sicherheit festgestellt werden, aus Braunschweig wurden sie jedenfalls nicht geliefert. Im Mai 1777 erließ General Burgoyne einen Befehl, nach dem die Truppen mit diesen Hosen ausgestattet werden sollten. Kanada und die Winterquartiere wurden aber gut 3 Wochen später verlassen - in dieser kurzen Zeit hätten keine 8.000 Hosen angefertigt werden können.
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D E R R O C K
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Der Rock war dem preußischen Muster sehr ähnlich. Rock und Ärmel wurden eng gearbeitet, aber doch so, dass man sich beim Feuern und Laden ungehindert bewegen konnte. Um das An- und Ausziehen des Rockes zu erleichtern, befand sich an den Ärmeln eine Klappe, die mit 2 Knöpfen geschlossen wurde. Diese Klappe befand sich am unteren Ende der Ärmel hinter den Umschlägen. Der Kragen war ein flacher Kragen, auf dem sich ein Messingknopf befand, an dem der Achseldragoner befesitgt wurde. Dieser Achseldragoner befand sich ein wenig hinter der rechten Schulter. Er hielt den Patronentaschenriemen fest. Der Rock passte sich vorn dem Körper an und reichte so bis zur Taille. Von dort war der Rock zurückgeschnitten und lief in den Umschlägen aus. Diese Art des Schnittes wurde "stehende Brust" genannt. Das Regiment "Prinz Friedrich" hatte einen ähnlichen Schnitt, der auf die Zeit zurückgeht, als die Röcke übergeknöpft werden konnten, um den Soldaten bei schlechter Witterung besser zu schützen. Die Braunschweiger Röcke konnten nicht mehr überknöpft werden, weil man, wie einst auch Friedrich II. in Preußen, Material sparen wollte. Die Umschläge wurden durch blaue Wollriegel gehalten, die durch einen Messingknopf zusammengeknöpft wurden. Der Rock reichte bis eine Handbreit über die Knie. Hinten am Rock befanden sich zwei Falten und bildeten eine Öffnung, deren Zweck nicht mehr ganz klar ist. Die zwei hinten auf dem Rock angebrachten Taschenklappen waren nur Zierde und wurden durch zwei Messingknöpfe geschlossen. Der Rock war durchgehend mit rotem Boy, einem billigen Wollmaterial, gefüttert, im Gegensatz zur preußischen Armee, die die Ärmel mit rohem Leinen fütterte. Haken und Ösen dienten dazu, den Rock vorn zu verschließen. Der Kragen und die Aufschläge waren aus schwarzer Wolle, die schwedischen Aufschläge und der Kragen waren nur aufgenäht und damit nicht mehr funktionell. Bis zum Jahr 1777 wurden für einen Rock zwei Meter Material berechnet. Der Unteroffiziersrock war dem der Gemeinen sehr ähnlich. Der Unterschied bestand darin, dass es keinen Achseldragoner gab und die Umschläge mit Haken, nicht mit Wollriegeln gehalten wurden. Der Achseldragoner konnte entfallen, da Unteroffiziere eine Kartusche trugen, also nicht die normale Patronentasche verwendeten. Der Rang des Unteroffiziers wurde durch die goldene Borte um Kragen und Aufschläge gekennzeichnet. Unteroffiziere und Offiziere trugen Handschuhe.
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A U S R Ü S T U N G
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Das Säbelkoppel bestand aus weißem Leder. Es trug den Säbel und das Bajonett. Die das Koppel schließende Schnalle wurde aus Messingblech gefertigt und ähnelte dem Verschluss der Koppelschlösser, die bis zum 2. Weltrkrieg verwendet wurden. Diese Art der Befestigung erlaubte das schnelle An- und Ablegen des Koppels.
Der Brotbeutel war aus Leinen hergestellt und wurde durch einen Knopf verschlossen. Der Tragriemen des Brotbeutels bestand aus Leinen und war zwischen 30 und 35 mm breit. Dieser Beutel enthielt die Lebensmittel eines jeden Soldaten. Er hing an der linken Hüfte unter dem Tornister.
Der Tornister, der von allen deutschen Soldaten getragen wurde, hing ziemlich hoch über der linken Hüfte und über dem Brotbeutel. Der Tornister enthielt die persönlichen Gegenstände und Ersatzkleidungsstücke der Soldaten, seine Herstellung erfolgte aus Kalbsfell. Der weiße, lederne Tragriemen war zwischen 35 und 40 mm breit. Die Länge des Riemens konnte durch eine Messingschnalle verstellt werden. Geschlossen wurde der Tornister durch zwei weiße Lederriemchen und zwei kleine, eiserne Schnallen. Am Tornisterriemen trug jeder Soldat vier Zeltpflöcke, die zum Aufbau des Zeltes gebraucht wurden.
Die Patronentasche wurde auf der rechten Seite getragen. Dadurch, dass Brotbeutel und Tornister an der linken Seite getragen wurden, bildete sie so das Gegengewicht. Die Patronentasche enthielt 30 Papierpatronen mit fertiger Pulverladung und der eingedrehten Musketenkugel. Die Papierpatronen wurden in einen Holzblock gesteckt, darunter befanden sich weitere 30 Schuß in einem Einsatz unter dem Block. Eine kleine Tasche unter der Klappe enthielt Ersatzfeuersteine, Feuersteinfutter (in die Hahnlippen einzusetzen, um den Stein zu halten), Schraubenzieher und Kratzer. Die Klappe der Patronentasche war mit dem Patronentaschenblech (Emblem mit springendem Pferd) verziert. Das Abzeichen wurde aus Messing gegossen oder aber geprägt. Geschlossen wurde die Klappe durch einen ledernen Riemen, der durch einen Messingstift gehalten wurde. Die Patronentasche hing an einem weißen, ledernen Riemen, der zwischen 90 und 110 mm breit war. Dieser Riemen hatte an den Enden zwei Löcher, die durch einen Schlitz nach oben verlängert waren. An der Rückseite der Patronentasche befanden sich insgesamt 4 Messingknöpfe, die die Tasche am Riemen hielt.
Die Wasserflasche. die von jedem vierten Soldat getragen wurde, hing über dem Tornister. Diese Flasche enthielt das Wasser für eine Zeltgemeinschaft. Sie war aus Blech hergestellt und verzinkt. Der Tragriemen bestand aus weißem Leder. Ein Schraubverschluß schloß die Flasche. Ein kleiner Becher war über dem Schraubverschluß angebracht. Die Art dieser Wasserflasche war der englischen sehr ähnlich, nur war die englische Flasche kleiner, da jeder englische Soldat eine dieser Flaschen trug.
Jeder Soldat trug einen kurzen Säbel in der Art der preußischen Säbel. Am Säbel wurde der Säbelknoten, die sogenannten "Troddeln", getragen. Diese Troddeln waren in verschiedenen Farben gehalten und zeigten so durch die verschiedenen Farbkombinationen, welcher Kompanie der Träger angehörte. Die Leibkompanie trug sehr wahrscheinlich weiße Troddeln. Die Farben der restlichen Kompanien sind nicht überliefert.
Unteroffiziere trugen Troddeln in den Farben gelb und weiß, Offiziere wiederum trugen ein Portepee, das aus Gold und Silber bestand.
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